5 Fragen, die ich dir stelle, bevor ich mit dem Design loslege

Oder: Wie du dich auf die Arbeit mit eine/r Designer/in vorbereiten kannst

Wenn du dich gerade noch nach einer passenden Designer*in umschaust oder noch nicht so genau weißt, wo es mit deinem Projekt hingehen soll, dann ist dieser Artikel hier für dich! Als Designerin stelle dir viele Fragen, um dich besser kennenzulernen. Wenn du dir diese Fragen schon im Vorfeld mal anschauen willst, dann lies hier weiter.

Es sind Fragen, die dich ganz konkret für ein Gespräch mit einer Designer*in vorbereiten und dir schon mal ein Gefühl geben, was dich ggf. erwartet. Aber: Sie sind auch ganz generell für deine Businessentwicklung wichtig. Du kannst also nur gewinnen!

Mein Job als Designerin ist es, dich und das, was dich ausmacht, ans Licht zu bringen und sichtbar zu machen. Meine größte Herausforderung ist es, dein schönstes Innerstes nach außen zu kehren und dich auf ein Podest zu stellen, das deine Wunschkund*innen dich gut sehen und erkennen können.

Dafür schaue ich erst mal ganz genau, wer mir da gegenüber sitzt, höre zu, beobachte, versuche Schwingungen zwischen den Zeilen mitzulesen, mache mir Notizen, spiegel dich und das, was du erzählst …

… und natürlich: Ich stelle dir eine Menge Fragen.

Gestalten ist wie übersetzen!

Meine Arbeit ist vergleichbar mit der einer Übersetzerin. Deine Themen, Ideen und Werte übersetze ich für dich in eine grafisch und gestalterisch passende Form. Denn: Ganz egal ob du am Anfang erstmal nur eine kleine Webseite oder einen Flyer haben willst, … für deine Werbematerialien ist es wichtig, dass deine Kunden dich darin wiedererkennen und die Sachen für dich stimmig aussehen. 

Um das zu erreichen, muss ich eine Menge über dich wissen und ein umfangreiches Bild von dir und deinem Projekt bekommen. Sprich: Dich einfach gut kennenlernen in der kurzen Zeit, in der wir uns begegnen. 

Fünf Fragen, die ich dir stelle, bevor ich anfange für dich zu gestalten …Katrin Adler
Bevor ich als Designerin loslegen kann, muss ich eine Menge über dich wissen

Dein Business und du

Da dein Corporate Design später dein Business sichtbar machen soll, kommen meine Fragen vor allem aus dem Businessbereich. Vielleicht sind sie dir deshalb schon begegnet und du hast schon mal darüber nachgedacht (oder sie sogar schon in deinem Businessplan ausformuliert). Wenn dem so ist: Prima, du bist auf einem guten Weg!

Wie du dein Projekt zu »deinem« machst

Als Designerin interessiert mich am allermeisten deine Persönlichkeit. Denn: Dein Charakter und deine Eigenarten machen aus deinem Angebot etwas besonderes. Weil du es verkaufst! Dein Geist weht durch all deine Angebote und das soll man ihnen ansehen. Je weniger du dich selbst verbiegst, desto besser wirst du für deine Kund*innen greifbar. Wenn du weißt, wofür du stehst, haben wir in der Zusammenarbeit eine echte Chance, deine Außenwirkung so aufzubauen, dass man dir ansehen wird, wie du tickst.

Fragen, mit denen du dich vorbereiten kannst

Die meisten meiner Fragen sind kein Hexenwerk. Es sind natürlich auch die üblichen Kennenlernfragen, (die dich vermutlich nicht vom Hocker hauen werden), die aber wichtig sind, damit wir uns annähern und ich dich besser kennenlerne … 

Denke dir deshalb hier ein ausgiebiges Small Talk Geplänkel vorweg, bevor es für deinen Markenaufbau und deine Designstrategie ans Eingemachte geht!

Zum Beispiel so: 

Frage Nr. 1

Was bietest du an?

Oh wow, da hattest du dir vermutlich mehr erwartet, was?

Eine ganz einfache Frage, oder?

Und doch ist es das, woran viele meine Kunden als aller letztes denken oder die Wichtigkeit unterschätzen: Die konkrete Beschreibung des eigenen Angebotes. Kannst du die Frage direkt und einfach beantworten? Oder habe ich ins Schwarze getroffen? 


Vor allem wenn du Dienstleister*in bist, kann es gut sein, dass dir die Beantwortung dieser Frage schwerer fällt … deine Leistungen gehen vielleicht in verschiedene inhaltliche Richtungen, je nachdem welches Problem dein/e Kunde/in mitbringt. Im Vergleich dazu haben Menschen, die ein konkretes physisches Produkt verkaufen, es vermutlich erstmal leichter. 

Achtung hier kommt ein kleiner Exkurs, aber bleib bei mir, es könnte dennoch für dich interessant bleiben:

Hattest du eine andere »erste« Frage erwartet?
Zum Beispiel: Was macht dich und dein Angebot besonders?

Wenn ja, dann bist du nicht allein! Mir ging es auch so. Ich habe mich am Anfang viel zu schnell in diese Richtungen verrannt und war ewig damit beschäftigt, mein Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten. Ich habe viel zu viel Zeit damit verbracht, mich mit meinen Design-Kollegen zu vergleichen … habe versucht mich abzugrenzen von den anderen. Es gibt schließlich schon so viele Designer da draußen, warum braucht die Welt noch eine wie mich? Ich dachte die ganze Zeit, dass das allerwichtigste wäre, was ich meinen Kunden erzählen müsse: Was ich anders mache, als die anderen.* 

Fakt ist aber:

Meine Kunden hat das so gut wie gar nicht interessiert!

Und was noch viel wichtiger ist: Was ich darüber vergessen habe, war, zu erzählen, was ich überhaupt anbiete … also was ich verkaufe … was man bei mir bekommen kann!

Aber verdammt: Das ist die wichtigste Frage! Der wichtigste Punkt! (Nach dem eigenen Namen!)

Deshalb: Lerne aus meinem Fehler und starte mit deinem Angebot:

Erzähle der Welt, was du machst und was du anbietest!

Erzähle es mir (oder deiner*m Designer*in deines Vertrauens) … und später deinen Kunden und allen anderen:

»Ich bin …
Meine Firma heißt …
Meine Arbeit ist …
Ich bin Unternehmer.

Sag es deinen Freunden, sag es deinen Eltern.
Ich mache dies und das. Machen. Anbieten.
Das und nichts anderes.
Ernsthaft? Ja, ernsthaft!« *

*Das Zitat ist aus dem Heft der Kultur- und Kreativpiloten
»U-Turn – Umgekehrt wird ein Unternehmer draus«
vom U-Institut für unternehmerisches Denken und Handeln, 2012.

Wenn du die erste Frage beantwortet hast,
geht es weiter … in die Tiefe und ans Eingemachte …

Wenn du die Frage nach dem »Was«für dich beantwortet hast, folgt direkt die für »WEN« Frage: 

Frage Nr. 2

Für wen würdest du am allerliebsten arbeiten?

Wer ist dein Wunschkunde / deine Wunschkundin? Welche einzelne Person oder Firma wäre das? Beschreibe so genau wie möglich (nur die/den eine/n einzige/n) … was arbeitet er/sie, wie ist der Tagesablauf, Familienstand, Lieblingsbeschäftigung, … ? Je präziser du deine/n Wunschkunden/in beschreiben kannst, desto zielgerichteter können wir zusammen deine Kommunikation und deinen gestalterischen Außenauftritt darauf abstimmen. Trau dich, dich zu fokussieren! Versuche erstmal nur eine Zielgruppe glücklich zu machen! (Wenn du alle glücklich machen willst, solltest du überlegen Eisverkäufer*in zu werden!) 

Frage Nr. 3

Welches Problem löst du für deine Zielgruppe?  

Der Klassiker – dein Nutzenversprechen: Was hat dein Kunde davon, bei dir einzukaufen oder dich zu buchen? Welches Problem löst du? Welchen Mehrwert bietest du? Warum soll er/sie gerade bei dir einkaufen?

An der Stelle kann es hilfreich sein zu überlegen, wie es deiner Wunschkund*in geht, bevor er oder sie zu dir kommt. Und dann im nächsten Schritt, wie es danach aussieht. Welchen Knoten hast du gelöst? Welchen Schmerz hast du gelindert?

Und ja, hier darfst du auch erzählen, was dich von anderen unterscheidet und wie du es auf deine Art machst … versuche dabei aber aus Kundensicht auf dein »Wie« zu schauen und deine Erklärungen aus Kundenperspektive zu argumentieren! (Das heißt: Nochmal Glück gehabt …, meine Arbeit vom Anfang war also doch nicht ganz umsonst 😉).

Frage Nr. 4

Wo willst du mit deinem Projekt hin? Was ist dein Traum?  

Wo siehst du dein Projekt in 5 und wo in 10 Jahren? (Meine persönliche Killerfrage!)

Als ich noch ganz am Anfang stand, hat sich diese Fragen für mich, wie reine Spekulation angefühlt. Ich kam mir  vor wie eine Heuchlerin, weil ich noch nicht so viel Erfahrung auf eigenen Beinen hatte. 

Aber lass dir gesagt sein: Das macht gar nichts! Wenn du dir was Neues aufbaust, dann sieht deine Zukunft anders aus, als deine Vergangenheit. Natürlich hast du noch nicht alles durchlebt. Aber versuche dir deinen Idealzustand vorzustellen und zu beschreiben. Es ist erlaubt und sogar notwendig, dass du dir Ziele setzt. Und nichts anderes bedeutet diese Frage: Du schaust und planst in die Zukunft, die anders aussieht, als das, was hinter dir liegt. Nur Mut! Gehe forsch voran, formuliere dein Business, wie du es dir wünschst und wie es im besten Fall aussieht. Das bringt dich ein riesiges Stück weiter in deine Wunschrichtung! Wenn du weißt, wo du hin willst, siehst du viel eher den Weg dorthin und nimmst die Weichen dorthin überhaupt erst wahr. 

Diese Frage ist für dein Design wichtig, weil sie eine Vision aufmacht und mir zeigt, wo es langfristig hingehen soll. Und nicht zuletzt gibt mir die Antwort auch Hinweise, wie skalierbar und ausbaufähig dein Design angelegt werden soll.

Frage Nr. 5

Warum tust du, was du tust?

Was ist dein Antrieb? Deine Geschichte? Wo kommst du her?
Hier wird es persönlich und mega spannend! Das sind oft die schönsten Geschichten, die ich auf diese Fragen zu hören bekomme. Nicht selten haben sie die Power auch als Story für dein Business für dich weiterzuwirken. Deine eigenen Geschichten können eine starke Basis für deine Kommunikation werden. 

Du siehst schon: 

Diese Fragen und deine Antworten sind nicht nur fürs Design relevant. Sie sind ganz generell für dein Unternehmen wichtig, um dich auf feste Füße zu stellen.

Je genauer du dich und dein Projekt beschreiben kannst und weißt, wo du hin und wen du erreichen willst, desto besser kannst du das, was dich ausmacht, nach außen zeigen –  über deine Haltung, deine Wortwahl, dein Design, deine Kanäle … Du wirst fokussierter in der Ansprache deines Wunschkunden und wir können dein Corporate Design ganz gezielt darauf abstimmen.

Für mich als Gestalterin geht es darum, dass ich mir ein Bild von dir machen kann, das möglichst dem entspricht, was du selbst senden willst.

Dieses Bild sehen nachher, wenn meine Arbeit getan ist, deine Kunden von dir. 

Je besser du dich kennst und für dich authentische Antworten findest und je besser unser gemeinsamer Austausch untereinander ist, desto besser kann ich als Designerin dein Business für dich in Gestaltung übersetzen. Dann kann ich deine Kommunikationsmaterialien für dich aufbauen, die ausstrahlen, was du sagen willst. 

Es ist kein Weltuntergang, wenn du nicht auf alle diese Fragen eine glasklare, wohlformulierte Antwort parat hast. Gerade am Anfang solltest du dir diese strategischen Fragen immer wieder mal vornehmen.

Denn eines ist sicher: Die Ausrichtung deiner Selbstständigkeit ist ein Prozess. Du darfst dich damit verändern und weiter entwickeln!